2019 05 02 Schulen und Gruppen3

 

Termine/Vorträge

 

Vortrag

Mittwoch, 19.02.2020, 18 Uhr

"Klangreise, Zwischen Liebe und Zorn - Rockmusik in der DDR" mit Dr. Lothar Jahn

Zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls setzt der Hofgeismarer Kulturmanager, Musikwissenschaftler und Musiker Dr. Lothar Jahn seinen igenen Schwerpunkt: Er erinnert an die wichtige Rolle, die die Rockmusiker in der DDR gespielt haben. Erst verboten, dann misstrauisch beäugt, schließlich staatlich gefördert und kontrolliert wurden die Rockbands. Unter diesem Druck entwickelten sie aber einen ganz eigenen Stil: Melancholische Rocksongs mit poetischen, deutschsprachigen Texten, in deren Zentrum die Sehnsucht nach Freiheit stand. Dies belegen Klassiker wie „Albatros“ (Karat), „Nach Süden“ (Lift), „Perlenfischer“ (Puhdys), „Als ich wie ein Vogel war“ (Renft) und allen voran der Welthit „Am Fenster“ (City). Lieder wie Karats „Über sieben Brücken“ hielten die Hoffnung wach, auch dunkle Jahre zu überstehen. Es entstand eine eigenständige Musikkultur, die allen Vereinnahmungsversuchen trotzen konnte, obwohl mit dem Verbot der Band Renft, die 1975 offen die Mauer thematisiert hatte, ein Exempel statuiert wurde.

Die Energie dieser Lieder sprang über auf die neu entstehende Friedens-, Umwelt- und Bürgerrechtsbewegung Der letzte große Ostrock-Hit, die unendlich traurige Ballade „Als ich fortging“ von Karussell, fing die Stimmung der Vorwendezeit poetisch ein. Im Veränderungsprozess 1989 wurden die Rockmusiker auch mit einer eigenen Resolution, die überall vor Konzerten verlesen wurde, politisch aktiv. City-Sänger Toni Krahl ist deshalb nicht zu Unrecht böse, dass das erst nach dem Mauerfall entstandene „Wind of Change“ der Scorpions zur Begleitmusik der TV-Berichte zum Thema wurde. Der eigentliche Soundtrack zur Veränderung ist der Ostrock!

Der Vortrag mit zahlreichen Hörbeispielen, ist mit einer Dauer von ca. 100 Minuten (plus einer zehnminütigen Pause) geplant.

Der Eintritt ist kostenlos.


Vortrag

Mittwoch, 04.03.2020, 18 Uhr

"Alles so schön bunt hier" mit Dipl. Designer Holger Thies

Als Reaktion auf die konsumkritisch geprägten 1970er Jahre entwickelte sich in den darauffolgenden 1980er Jahren in einigen europäischen Ländern eine neue anti-funktionalistische Strömung: das "Neue Design". Die Entwürfe standen im starken Widerspruch zu einer funktionalen Formsprache und zu industriellen Anforderungen an eine mögliche Massenproduktion. Viele Entwürfe wurden als Unikate oder in kleinsten Serien bzw. Auflagen hergestellt. Ausgangspunkt dieser neuen Formsprache war Italien, wo Gruppen wie "Memphis" oder "Alchemia" für Aufsehen sorgten; allen voran sorgten die Möbelentwürfe von Ettore Sottsass für heftige und kontrovers geführte Diskussionen. Der Diplom-Designer Holger Thies bietet Einblicke in eine bisweilen schrille und bizarre neue Produktwelt der 1980er Jahre.

Der Eintritt ist kostenlos

 

Vortrag

Mittwoch, 18.03.2020, 18 Uhr

"Waldsterben damals und heute" mit PD Dr. Klai Füldner

In den frühen 1980ern war das "Waldsterben" eines DER Umweltthemen in der öffentlichen und politischen Wahrnehmung unserer Umwelt. Was als "Tannensterben" begann, wurde schnell bedrohlich für alle Baumarten - vornehmlich durch den Schwefeleintrag des "sauren Regens". Vor allem Wälder in den industriefernen Mittelgebirgen wurden erheblich getroffen.
Der Vortrag zeigt aus forstwissenschaftlicher Sicht den Rückblick auf Ursachen und Gegenmaßnahmen dieser noch lokalen Krise der Wälder Mitteleuropas. Die seit dem Dürresommer 2018 nun massiv auftretenden Waldschäden anderer Art werden dem gegenübergestellt - was ist nun die Zukunft unseres Waldes?

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Vortrag

Mittwoch, 25.03.2020, 18 Uhr

"Die Stadt stellt sich ihrer NS-Vergangenheit" mit Prof. Dr. Dietfrid Krause-Villmar

In den 1980er Jahren begann eine umfangreiche Erforschung der NS-Vergangenheit Kassels. Einstimmig hatten die Stadtverordneten 1979 beschlossen, bei geeigneten Wissenschaftlern der hiesigen Gesamthochschule (der späteren Universität Kassel), eine Dokumentation zu einem bis dahin weitgehend tabuierten Thema in Auftrag zu geben. Es setzte ein aufwändiger Forschungsprozess ein, der bis in die Gegenwart anhält. Biographische Studien würdigten die Geschichten einzelner Menschen und in öffentlichen Ausstellungen wurde Geschichte sichtbar gemacht. Das Forschungsteam verließ den universitären Rahmen und begab sich mitten in die Stadtgesellschaft. Diskussionen und Dispute zeigten große Zustimmung, bei einigen jedoch Zurückhaltung und Unverständnis. Eine neue Praxis von projektorientierter Wissenschaft wurde sichtbar: Dig where you stand. Erstmals wurden zu ehemaligen Zwangsarbeitern intensive Kontakte erschlossen, denen Einladungen seitens der Stadt erfolgten. Am auffälligsten an diesem Prozess waren das große öffentliche Interesse, die kontinuierliche Berichterstattung der Lokalredaktion der HNA und die aktive Beteiligung zahlreicher interessierter Bürger und Bürgerinnen.

Der Eintritt ist kostenlos

 

Vortrag

Mittwoch, 01.04.2020, 18 Uhr

"Die achtziger Jahre - Ein ,braunes´ Jahrzehnt?" mit Ann-Kathrin Mogge M.A.

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Vortrag

Mittwoch, 22.04.2020, 18 Uhr

"Kassel im Kontext der Globalisierung" mit Dr. Michael Lacher

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Vortrag

Mittwoch, 20.05.2020, 18 Uhr

‚Beuyme ja – Steine nein‘ – die „Aktion 7000 Eichen“ von Joseph Beuys im Jahr 1982 und ihre Rezeption in der Kasseler Öffentlichkeit“ mit Martin Groh M.A. (documenta archiv)

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Vortrag

Mittwoch, 27.05.2020, 18 Uhr

"Vom Messinghof in die Kulturfabrik - Punk und die Kasseler Musikkultur in den 1980er Jahren" mit Dr. Wolfram Boder

Der Eintritt ist kostenlos.

 

Vortrag

Mittwoch, 01.07.2020, 18 Uhr

"Der Dokumentarfilm - Ein Widersacher des flüchtigen Sehens. Plädoyer für einen Störenfried im Kinoalltag" mit Irmhild Scheuer, Mitbegründerin des Filmladen Kassel e.V. und des Kasseler Dokfestes.

Der Eintritt ist kostenlos.